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Für jeden Betriebswirtschafler gehört "antizyklisches Marktverhalten" zu den Grundlagen des Marketing. Aber was bedeutet das in Bezug auf PR?
"Antizyklisch" ist das Marketing eines Unternehmens zum Beispiel dann, wenn es unabhängig vom gegenwärtigen Erfolg betrieben wird - in diesem Zusammenhang also gerade auch während Erfolgsphasen. Das mag ein einsichtiges und erwiesen erfolgreiches Vorgehen sein, doch scheitert die Umsetzung dann doch oft am Augenschein: Hat ein Hersteller nämlich "Selbstläufer" im Sortiment, erscheinen Investitionen in Marketing oder PR überflüssig. Wozu auch? Die Bestellannahme und Herstellung können die Nachfrage ohnehin kaum bedienen - ein Mehr wäre also fast schon ein Problem.
Ein gutes Argument, weil scheinbar unschlagbar. Doch entpuppt sich diese "Strategie", die ja keine ist, regelmäßig als ein zu kurzer Sprung. Wer in guten Zeiten ab Palette verkauft und sich um sein Image als Firma nicht kümmert, verschenkt fast alle Chancen für die Zeit danach. In der sich mangels interessanter Produkte oder Neuigkeiten niemand mehr um das Unternehmen schert. Und in der dann umsatzbedingt tatsächlich Geld und die Zeit fehlen, Medienkontakte neu aufzubauen.
Ein erfolgreiches Unternehmen mit attraktiven Produkten muß vergleichsweise wenig dafür tun, dass die Presse aufmerksam wird, und hat es deutlich leichter, die Berichterstattung aktiv mitzugestalten. Denn gerade jetzt, da alles optimal läuft und gute Erträge die Substanz des Unternehmens festigen, sollte man Presse und Öffentlichkeit sehr ernst nehmen. Wer sich in guten Zeiten um gute Kontakte zu den Journalisten und um einen gutes Image beim Verbraucher bemüht, muß dafür in jeder Hinsicht weniger Aufwand treiben als zu mageren Zeiten, wenn es auch keine imposanten Erfolgsstories gibt. |